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Gefahren und Kritik

Softwarefehler

Auch Kryptowährungen sind wie alle mit Software betriebenen Systeme nicht vor Softwarefehlern sicher. Beispiele:

  1. Die Überweisung von 184 Milliarden BTC (es sollte niemals mehr als 21 Millionen BTC geben) am 15. August 2010 beruhte auf einem arithmetischen Überlauf.
  2. Am 11. März 2013 spaltete sich die Bitcoin Blockchain in zwei von unterschiedlichen Teilnehmergruppen für gültig befundene Äste. Es lag also eine inkonsistente Buchführung vor. Ursache war eine ungewollte Inkompatibilität einer neuen Softwareversion. Es wurden Blöcke erzeugt, die ältere Versionen als nicht regelkonform ablehnten. Der Vorfall ist auch ein Beleg für den besonderen Einfluss der Betreiber von Mining-Pools oder leistungsstarker Hardware auf die Währung. Sie wurden aufgefordert, kurzfristig ein Downgrade durchzuführen, bis eine korrigierte Fassung vorlag.

Bisher konnten beim Bitcoin alle Störfälle durch Softwarekorrekturen und kooperatives Verhalten der Beteiligten behoben werden. Es gibt jedoch keine Garantie, dass dies bei allen Kryptowährungen und für alle Zeit so sein wird. So gesehen muss auch die eingangs gemachte Aussage über das Nichtvorhandensein eines Single Point of Failure relativiert werden. Wenn eine Kryptowährung fast ausschließlich mit Software aus einem einzigen Quelltext betrieben wird und es keine unabhängigen Implementierungen gibt, dann stellt dieser Quelltext einen Single Point of Failure dar.

Spezialisierte Hardware

Der massive Einsatz spezialisierter Hardware zur Erlangung von Neuemissionen wirkt stark verzerrend auf den allgemeinen Wettbewerb um diese. Bei Bitcoin liegt derzeit die globale Hashrate bei etwa 1,3 EH/s, also 1,3 Trillionen Berechnungen der Hashfunktion pro Sekunde. Der genaue Wert unterliegt aber starken Schwankungen. Da BTC-Mining zunehmend unrentabel wird, bieten findige Geschäftsleute inzwischen ihre Hardware als mietbare Mining-Rechenleistung an. Bei neu konzipierten Kryptowährungen wird zunehmend versucht, den Einfluss spezialisierter Hardware zu reduzieren. Man verwendet dazu Hashfunktionen, die durch hohen Speicherbedarf die Hardwarekosten erhöhen (scrypt), oder versucht, diese so zu gestalten, dass sie für GPUs und FPGAs möglichst ungeeignet sind und bei ASICs möglichst hohe Kosten verursachen (POW).

Mehrheitsbeschluss per Rechenleistung

Durch den Mehrheitsbeschluss per Rechenleistung sind derartige Kryptowährungen der Gefahr ausgesetzt, durch Organisationen, denen es gelingt, 51 Prozent der Rechenleistung aufzubringen, manipulierbar zu werden. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer 51-%-Attacke. Der Mining-Pool GHash.IO erreichte im Januar 2014 kurzfristig beim Bitcoin-Mining 42 Prozent. Die beiden Mining-Pools GHash.IO (ca. 34 Prozent) und BTC Guild (ca. 24 Prozent) wären mit zusammen ca. 58 Prozent derzeit gemeinsam in der Lage, den Bitcoin zu kontrollieren (Stand 19. Januar 2014). Der ursprüngliche Gedanke des Proof-of-work-Konzeptes, die Kontrolle der Währung gleichmäßig über die Vielzahl der CPUs weltweit zu verteilen, ist damit nicht gelungen.

Datenverlust und Datendiebstahl

Da die Verfügungsgewalt über ein Guthaben in einer Kryptowährung ausschließlich durch die geheimen privaten Schlüssel besteht, sind in der Vergangenheit bereits Guthaben durch Datenverluste unwiederbringlich verloren gegangen. Eine Rückerstattung auf anderem Weg ist in der Regel ausgeschlossen, da verlorenes Guthaben prinzipiell nicht von geparktem und derzeit unbenutztem Vermögen unterschieden werden kann. Das führt auch dazu, dass die tatsächlich handelbare Geldmenge nicht bekannt ist.

Die vom Speicherbedarf vergleichsweise kleinen Schlüssel für die Verfügung über ein Guthaben sind auch ein leichtes Ziel für Computerkriminelle. Sie lassen sich ähnlich wie Passwörter mit Schadprogrammen ausspähen. Durch den weltweiten Betrieb mit Pseudonymen ist eine strafrechtliche Verfolgung derartiger Diebstähle von Kryptoguthaben kaum erfolgversprechend. Als Konsequenz bieten bereits Firmen die sichere Verwahrung von Kryptoguthaben als Dienstleistung an.

Kursschwankungen und Kursmanipulationen

Vergleichsweise wenige der weltweit betriebenen Kryptowährungen sind in reguläre Währungen handelbar. Oft sind sie höchstens in andere Kryptowährungen handelbar. In der Regel bieten Banken keinen Umtausch an.

Diejenigen Kryptowährungen, die konvertierbar sind, können aufgrund ihrer hohen Volatilität riskant sein und stellen ein potentielles Ziel für Pump and Dump-Angriffe dar. Als große verteilte Automaten ohne die (bei Zentralbankgeld gegebene) Möglichkeit, auf den Markt, dem sie als Zahlungsmittel dienen sollen, zu reagieren, sind sie kaum geeignet, eine stabile Währung zur Verfügung zu stellen. Insbesondere bei vergleichsweise geringem Volumen stellen Kryptowährungen ein Spekulationsobjekt dar, bei dem stabile Wechselkurssysteme zu konventionellen Währungen als unwahrscheinlich gesehen werden.

Die oft vorliegenden stark ungleichmäßigen Verteilungen (siehe oben) stellen in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Gefahr für die Stabilität des Wechselkurses zu etablierten Währungen dar. Wenn sehr wenige Personen über sehr große Teile der Währung verfügen (beim Bitcoin verfügen ca. 1.000 Personen über die Hälfte der Währung), wird der Wechselkurs erheblich beeinflusst, sobald auch nur ein Teil dieses Personenkreises damit aktiv wird. Diese Personen können damit einen „Dump“ ohne vorherigen „Pump“, aber mit gleicher Wirkung durchführen.

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Die Kryptowährung sichert nur ihren eigenen Bestand. Sie dokumentiert, welchem Schlüssel welches Guthaben gehört, limitiert und regelt Neuemissionen und verhindert Doppelausgaben. Die Wechselkurse entstehen vollkommen außerhalb dieses Systems. Die Wechselkursangaben gegenüber anderen (insbesonderen konventionellen) Währungen sind Angaben von Händlern oder Börsen und grundsätzlich auch manipulierbar. Sie stellen insbesondere keine Garantie dar, dass die Kryptowährung tatsächlich zu diesem Kurs getauscht wird.

Quelle: Wikipedia
Lizenz: creativecommons.org

 

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